Um die Frage beantworten zu können, ob es bestimmte Holzbauweisen gibt, die sich für großvolumige Holzwohnbau-Projekte besonders eignen und ob bzw. wenn ja, welche Rolle sie bei den Bau- oder Lebenszykluskosten spielen, werden in diesem Abschnitt die unterschiedlichen Holzbauweisen erklärt.
Holzrahmenbau – Holzskelettbau – Holzmassivbau (Brettsperrholz – Brettstapelbau) – Blockhausbau – Misch- bzw. Hybridbauweise – Modulbauweise
Moderner Holzbau – Einleitung
Die modernen Holzbauweisen sind aus dem Blockbau bzw. dem Fachwerkbau abgeleitet. Diese sind handwerklich geprägt und weisen einen geringen Vorfertigungsgrad auf. Die modernen Holzbauweisen basieren auf einer gegenüber den traditionellen Bauweisen weitreichenden Standardisierung und sind durch einen deutlich höheren Grad der Vorfertigung gekennzeichnet.
Die modernen Holzbauweisen sind offene Systeme. Sie bieten eine große Flexibilität in Bezug auf individuelle Ausführung und Kombination untereinander. Sie haben in der Regel kein zwingendes Planungsraster. Planung und Umsetzung erfolgen projektbezogen. Durch die Entwicklung neuer Fertigungstechniken wie z. B. CNC-gesteuerter Abbundanlagen ist die Notwendigkeit der Massenproduktion für kostengünstiges und schnelles Bauen aufgehoben. Dank der Computertechnologie ist heute die Einerserie möglich, durch die auf die individuellen Wünsche der Bauherren eingegangen werden kann.
Die witterungsunabhängige, da werkstattgeschützte Vorfertigung garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität. Die Bauteile passen auf den Millimeter und können schon ab Werk mit der nötigen Vorinstallation für die Haustechnik ausgestattet werden. Nicht nur die wind- und wasserdichte Gebäudehülle ist sehr schnell montiert, sondern zudem kann der Innenausbau zügig erfolgen. In Verbindung mit einem Innenausbau in Trockenbauweise sind keine Trocknungszeiten oder gar sogenanntes Trockenwohnen notwendig. Dies ermöglicht unvergleichbar kurze Bauzeiten und gesundes Wohnklima von Anfang an.
Holzrahmenbauweise
Der Holzrahmenbau ist ein sehr wirtschaftliches Bausystem. Das Tragwerk besteht aus regelmäßig angeordneten Holzständern mit Schwellen und Rähm und ist beidseitig mit Holzwerkstoffen beplankt. Der dazwischen liegende Hohlraum wird komplett für die Wärmedämmung genutzt. Den einzelnen Komponenten sind je nach Eigenschaft verschiedene Funktionen zugewiesen:
• Rahmen: horizontale und vertikale Lastabtragung
• Beplankung außen bzw. innen: Aussteifung und Funktionsschicht (Brandschutz, Wind- bzw. Luftdichtung)
Der Holzrahmenbau eröffnet eine größere Bandbreite an gestalterischen Möglichkeiten als die traditionellen Fachwerk- und Blockhausbauweisen. Gerade dem Holzrahmenbau ist es zu verdanken, dass die vormalige gestalterische Einengung heute zugunsten von Bauteilflächen aufgebrochen ist. Das Denken in Flächen schafft gänzlich neuartige Lösungen und eröffnet in der Entwurfsphase neue Möglichkeiten. Selbst nicht orthogonale und gekrümmte Formen sind dabei problemlos realisierbar. Aus architektonischer Sicht formuliert: Der Weg vom Stab zur Platte führt den Entwerfer vom Gitter zur Fläche und zum Volumen oder Raum. Unterschieden wird zwischen dem konventionellen allgemeinen Holzrahmenbau und dem diffusionsoffenen Holzrahmenbau. Der konventionelle Holzrahmenbau ist ein Reimport aus Nordamerika, der diffusionsoffene Holzrahmenbau eine Entwicklung der letzten knapp 30 Jahre.
- ALLGEMEINER HOLZRAHMENBAU
Der allgemeine Holzrahmenbau wurde in Nordamerika aus den traditionellen Fachwerkbauweisen der europäischen Einwanderer entwickelt. Mit der Entwicklung und Verbreitung der Holzwerkstoffplatten ging der Ersatz der Fachwerkstrebe durch die mittragende, aussteifende Beplankung einher. Üblicherweise werden in Nordamerika standardisierte Querschnitte der Abmessungen „two-by-four“ (2 × 4 Zoll) oder „two-by-six“ (2 × 6 Zoll) verwendet. Der allgemeine Holzrahmenbau ist die Grundlage vieler stabförmiger Systeme, die sich nur durch die Verwendung spezieller, oft firmenbezogener Produkte unterscheiden. Dabei ist die Bauweise ein offenes System und nicht durch Patente oder Nutzungsrechte in der Anwendung eingeschränkt. Die allgemeine Holzrahmenbaukonstruktion besteht bei den Wänden aus:
• (Rahmen-)Hölzern gleicher Abmessungen, heute mindestens 60 × 200 mm,
• unterschiedlichen Dämmstoffen,
• einer Dampfbremse (zugleich als luftdichte Ebene),
• einer Innenbekleidung,
• einer außen liegenden, aussteifenden Holzwerkstoffbeplankung,
• einer beliebigen Fassadenbekleidung (hinterlüftete Bekleidung
oder zugelassenes WDVS).Die Deckenkonstruktionen können mit sichtbarer Balkenlage, die oberseitig mit Sichtschalung oder Holzwerkstoffplatten beplankt sind, aber genauso gut als geschlossene Elemente ausgeführt werden. Auch Dachform und -konstruktion sind frei wählbar. Zahlreiche Betriebe fertigen bis zu kompletten Wandelementen inkl. Fenster und Fassade vor. Bei der Auswahl der Betriebe sollte daher auf die Zugehörigkeit zu einer Qualitäts- oder Gütegemeinschaft geachtet werden. Geschlossene Elemente dürfen nur von Firmen mit Eigen- und Fremdüberwachung hergestellt werden. - DIFFUSIONSOFFENER HOLZRAHMENBAU
Der diffusionsoffene Holzrahmenbau ist eine Weiterentwicklung des allgemeinen Holzrahmenbaus und die hierzulande mittlerweile weiter verbreitete Bauweise. Diese wurde zu Beginn der 1990er-Jahre entwickelt und hatte ihre Ursprünge in der Bewegung des ökologischen Bauens. Grundgedanke ist, die dampfsperrende Kunststoffbahn auf der Innenseite der Bauteile zu vermeiden. Das wesentliche Merkmal des Systems ist daher die im Gegensatz zum konventionellen Holzrahmenbau innen liegende, tragende Holzwerkstoffbeplankung. Diese wird dadurch zum multifunktionalen Bauteil und übernimmt die Funktionen:
• Aussteifung,
• Dampfbremse,
• Luftdichtung (mit abgeklebten Stößen und Ecken).
Die Konstruktionsregeln gleichen ansonsten denen für den allgemeinen Holzrahmenbau. Diffusionsoffen meint, dass Bauteile zwar grundsätzlich luftdicht, aber nicht dampfdicht sind. Sie ermöglichen den kontrollierten Wasserdampftransport infolge von Diffusionsvorgängen durch das Bauteil hindurch. Derartige Konstruktionen sind möglich durch die Verwendung diffusionsoffener Bauprodukte auf der Bauteilaußenseite und die Anordnung dampfbremsender Baustoffe statt dampfdichter Kunststofffolien auf der Raumseite. Auf Grundlage zuvor angestellter Berechnungen wird nachgewiesen, dass in der Konstruktion kein Kondensat anfällt. Dadurch erhalten die Bauteile insbesondere in Verbindung mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ein hohes Austrocknungsvermögen sowohl nach außen als auch nach innen, wodurch die Konstruktion robust gegenüber ungewollt auftretenden Feuchteeinwirkungen wird. Umgangssprachlich würde man davon sprechen, dass die Konstruktion „atmungsaktiv“ ist. Die Funktionsweise diffusionsoffener Holzbaukonstruktionen entspricht den Membransystemen von Funktionstextilien.
Zusätzliche, optional gedämmte Installationsebenen bezwecken im diffusionsoffenen Holzrahmenbau den Schutz der luftdichten Ebene. Mit der Anordnung der haustechnischen Installationen innen vor der luftdichten Ebene wird vermieden, dass diese von den Installationen durchstoßen wird. So wird das Risiko der Konvektion von Innenraumluft in die Konstruktion hinein minimiert.
Auf der Außenseite der Rahmen ist beim diffusionsoffenen Holzrahmenbau eine diffusionsoffene Bekleidung aus feuchtegeschützten Holzwerkstoffplatten, Gipsfaserplatten oder Folien erforderlich. Diese Komponenten sind im allgemeinen Holzrahmenbau nicht üblich, ebenso wenig wie die anfänglich nur bei der diffusionsoffenen Bauweise hohlraumfrei eingebauten Dämmstoffe. Als solche wurden anfänglich nur Zellulosefasern oder Holzfasern verwendet, doch sind entsprechende Konstruktionen auch mit konventionellen Dämmstoffen möglich.
Der diffusionsoffene Holzrahmenbau ist gestalterisch ein völlig flexibles System. Unter Beibehaltung des Konstruktionsrasters sind alle Gebäudetypen realisierbar. Durch die Verwendung einer zusätzlichen Installationsebene werden die von der Energieeinsparverordnung geforderten Dämmstoffdicken zur Einhaltung des Wärmeschutzniveaus erreicht. Um mit dieser Bauweise Gebäude im Passivhausstandard realisieren zu können, bedarf es darüber hinaus weniger konstruktiver als vielmehr gebäudetechnischer Ergänzungen.
Aufgrund der weitgehenden Vorfertigung sind Eigenleistungen bei der Außenwand erst ab der Installationsebene sinnvoll. Sie wird vom Profi qualitätsgesichert errichtet. Damit ist eine klare Definition der Schnittstelle zwischen Eigenleistung und Handwerk möglich. Die Gefahr eines Werteverlustes durch Witterungseinflüsse ist ausgeschlossen und der weitere Ausbau kann unter komfortablen Randbedingungen erfolgen.
Die Bauweise findet zwischenzeitlich seit etwa zwei Jahrzehnten Anwendung und hat sich als äußerst robust erwiesen. Durch die Vielzahl bereitstehender Informationen und kontinuierliche Fortbildung der Planer und Ausführenden sowie die Vielfalt der verwendeten Bauprodukte ist Sicherheit bei Planung und Ausführung gewährleistet.
Die Gestaltungsvielfalt reicht vom Typenhaus bis zum Haus auf der Basis individueller Planungen. Für die Verwendung der Bauweise bestehen in Deutschland keine Beschränkungen. Die Vorfertigung umfasst hier meist mehr Bauteilschichten als beim allgemeinen Holzrahmenbau. Die innen liegende, aussteifende Beplankung führt dazu, dass die Bauteile inklusive der Dämmung und der diffusionsoffenen Außenbeplankung hergestellt werden. Allein Einblas-Dämmsysteme (z. B. auf der Basis von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen) werden vor Ort verarbeitet. Sinnvoll ist außer- dem die werkseitige Vorfertigung der Holz- oder Putzfassade und des Fenstereinbaus, da damit ein sofortiger, wirksamer Wetterschutz gegeben ist.
Für die Qualitätssicherung gelten die gleichen Aussagen wie zum allgemeinen Holzrahmenbau. Aufgrund seiner Robustheit gegen kurzfristigen Feuchteanfall, bedingt durch das gute Austrocknungsvermögen der Konstruktion, hat sich der diffusionsoffene Holzrahmenbau hervorragend bewährt. Der Verzicht auf dampfbremsende Kunststofffolien in der Konstruktion beschert einen Wohlfühl-Vorteil bei den Bauherrn.
Fazit: Beide Holzrahmenbauweisen lassen die gleiche Kombinationsvielfalt hinsichtlich der Deckenkonstruktionen zu. Systemimmanent sind Holzbalkendecken, die analog zu den Außenwandbauteilen als Deckentafeln vorgefertigt und montiert werden. Darüber hinaus können Wände in Holzrahmenbauweise mit Brettstapel- oder Brettsperrholzkonstruktionen, aber auch mit solchen in Holz-Beton-Verbundbauweise (HBV) kombiniert werden. Die Entscheidung für die jeweilige Kombination erfolgt nutzungs- und entwurfsspezifisch (etwa bei Spannweiten > 6,50 m). Bei erhöhten Anforderungen an den Schallschutz bieten sich zunächst immer HBV-Bauteile an. Gleiches gilt prinzipiell auch für die Ausbildung der Dachkonstruktion. Allerdings sind dafür Brettstapel- oder HBV-Konstruktionen unüblich.
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Holzskelettbau
Den Holzskelettbau prägt seine offene, lineare Tragstruktur, die aus über mehrere Geschosse durchlaufenden Stützen und waagerechten Trägern (Pfosten-Riegel-Konstruktion) besteht, welche in Achsen von bis zu fünf Metern angeordnet sind. Für diese Bauteile wird zumeist Brettschichtholz gewählt. Die vertikale Lastabtragung erfolgt ausschließlich über die Stützen, sodass alle Wände nicht tragend sind. Daher besteht die Möglichkeit, alle Wände ohne großen Aufwand zu verändern und die Grundrissgestaltung dieser Bauweise sehr flexibel zu halten. Der Skelettbau ist die typische Bauweise für das „offene Wohnen“ in Verbindung mit sehr transparenten Fassaden. Ausgesteift wird das Holzskelett mit Holzwerkstoffen, hölzernen Streben oder Verspannungen. Bei dieser Bauweise wird die ausgezeichnete Wärmedämmung durch die Ergänzung der Tragstruktur um Elemente in Holzrahmenbauweise erzielt.
Skelettbauten werden von zwei grundsätzlichen Elementen geprägt: Grundmodul und Raster. Das Grundmodul bringt die gestalterische Ordnung, die Standardisierung, und bestimmt die Stellung der tragenden Stützen und Trägerlagen, oft auch der nicht tragenden Ausbauelemente. Die Größe des Grundmoduls kann durch die verschiedensten Vorgaben für jedes Bauvorhaben jeweils selbst neu definiert werden. Ein Vielfaches des Moduls ergibt das Raster. In allen Bauteilen und Bauelementen und ihrer Anordnung spiegelt sich der Rhythmus des Rasters wider.
Das Raster ist an den Fensterformaten und den Abständen der konstruktiven Teile ablesbar. Die Fassadenbekleidung entspricht in ihrer Teilung den Vorgaben des Rasters. Das Raster ordnet die Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten, ohne langweilen zu müssen. Es ist möglich, Innenwände an jeder beliebigen Stelle einzubauen, jedoch sollte man die Vorgaben des Rasters berücksichtigen und dem Grundraster entsprechend planen. Dies verringert den Planungsaufwand, reduziert die Anzahl unterschiedlicher Bauteile, senkt die Baukosten und verleiht dem Haus Großzügigkeit.
Im Skelettbau werden Primär- und Sekundärkonstruktion in verschiedenen Ebenen unterschieden. Beide sind mit Blick auf die individuelle Ausprägung des Gebäudes nicht nur konstruktive, sondern auch Gestaltungselemente. Weitere gestalterische Elemente sind die Holzverbindungen. An ihnen ist das technische Prinzip des Gebäudes ablesbar, während gleichzeitig die statischen Zusammenhänge sichtbar bleiben. In früheren Zeiten glaubte man übrigens, dass in den kraftableitenden Knoten die guten Geister des Hauses wohnen.
Während in der Vergangenheit beim Skelettbau in Holzbauweise die Trag- und die Ausfachungselemente in derselben Ebene standen, werden diese Bauteile nunmehr hintereinander angeordnet: Die tragenden Stützen des Skelettbaus stehen frei vor der Gebäudehülle, die sinnvollerweise als Holzrahmenelement das Traggerüst umhüllt. Auf diese Weise werden bauphysikalisch kritische Details vermieden und dennoch die Flexibilität des Konstruktionsprinzips gewahrt.
Holzmassivbauweise
Beim Holzmassivbau handelt es sich um eine Bauweise mit großformatigen Holzbauteilen. Das Ausgangsmaterial sind gesägte Bretter. Die Brettlagen können untereinander verklebt, alternativ mit Nägeln, Klammern oder Holzdübeln verbunden sein. Bei Seitenverklebung der Brettlamellen ist keine Dampfbremse bzw. -sperre erforderlich. Außenwände in Holzmassivbauweise werden mit zusätzlichen Dämmschichten kombiniert und nachträglich verputzt oder mit einer Holzfassade bekleidet. Bauteile aus Massivholz werden gerne auch als Deckensysteme in Holzrahmenbaukonstruktionen eingesetzt.Im Unterschied zur Blockbauweise können mit den modernen Holzmassivbauweisen nicht nur Wand- und Deckenelemente, sondern auch Dachbauteile ausgebildet werden. Dabei unterscheidet man im Wesentlichen zwei Systeme: das Bauen mit Brettsperrholz (BSP) und das Bauen mit Brettstapelelementen.
- Bauen mit Brettsperrholz
Brettsperrholz (BSP) besteht aus mindestens drei kreuzweise angeordneten Brettlagen und einem zur Schwerachse des Systems symmetrischen Aufbau der tragenden Lagen aus Nadelschnittholz. BSP ist bislang nicht normiert, sodass die Produkte herstellerabhängig in Details variieren. Die vorhandenen Zulassungen ermöglichen Elemente mit einer Dicke von bis zu 50 cm bei maximal 27 Brettlagen. Die statische Bemessung von BSP-Konstruktionen ist auf der Grundlage der Bemessungsnorm DIN EN 1995 an die Modelle der Hersteller gebunden, welche die Objektplaner unterstützen. Da BSP-Elemente leicht und in sich steif sind, kann die Anzahl und Länge der aussteifenden Wandscheiben reduziert werden. Es können Bauteile in einem Stück als geschosshohe und gebäudelange Elemente ausgebildet werden. Die gestalterische Freiheit ist nicht eingeschränkt, wenn es darum geht, eine Loch- oder eine Bandfassade umzusetzen. Applikationen als Dämmschichten, Vorsatzschalen und Fassadenelemente werden einfach an die BSP-Elemente geschraubt.BSP-Konstruktionen sind eine wichtige technische Entwicklung, die eine wirtschaftliche Realisierung von Holzwohnbau über mehrere Geschosse erst ermöglicht haben.Zeige Holzbauprojekte an in Brettsperrholz-Bauweise
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- Brettstapelbauweise
Schon im 18. und 19. Jahrhundert wurden Decken mit direkt nebeneinander liegenden Balken eingebaut. Bei Brettstapelelementen handelt es sich um plattenförmige Bauteile, die in der Regel aus stehend angeordneten und verleimten bzw. mit Nägeln, Schrauben oder Hartholzdübeln verbundenen Brettern bestehen. Die Elemente können einfach und wirtschaftlich hergestellt und unter Beachtung einiger konstruktiver Grundsätze vom Handwerksbetrieb auch vor Ort und in bestehenden Bauten eingesetzt werden. Brettstapelelemente werden vorwiegend für Geschossdecken eingesetzt. Um eine ausreichende Aussteifung von Brettstapelsystemen zu erzielen, ist eine einseitige Beplankung der Elemente oder die Anordnung von Diagonalen erforderlich. Brettstapelbauteile können sichtbar eingesetzt oder gedämmt und ein- bzw. beidseitig beplankt werden. Der geringere konstruktive Aufbau der Brettstapeldecke gegenüber einer normalen Holzbalkendecke vermindert die Geschosshöhe. Und das im Vergleich zu Betonkonstruktionen geringere Gewicht wirkt sich positiv auf alle anderen lastabtragenden Bauteile aus.Grundsätzlich kann mit der Brettstapelbauweise jeder Grundriss und jede Gebäudeform umgesetzt werden. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sollten jedoch rechtwinklige Grundrisse möglichst in einem Raster entworfen werden. Die Spannrichtung der Decken sollte wenn möglich parallel zu Treppenöffnungen und zu Wänden mit großen Öffnungen verlaufen. Bei der Verwendung von BSH (Brettschichtholz) zur Umsetzung von Brettstapelelementen ist die Tragwerksplanung unkompliziert, da Fertigung und Bemessung von BSH ebenfalls anhand von Produktions- bzw. Bemessungsnormen geregelt sind und die Planung unabhängig vom Hersteller erfolgen kann.Für Wände sind Bretthöhen zwischen 8 und 12 cm üblich, für Decken und Dächer je nach Spannweite zwischen 12 und 24 cm. Die Elemente können bis zu Breiten von ca. 2,40 m entsprechend den Transportmöglichkeiten vorgefertigt werden, sollten jedoch nicht länger als 12 m sein. Die Brett- bzw. Bohlendicke ist frei wählbar. Üblicherweise werden Holzdicken von 24–60 mm gewählt. Bei sichtbaren Konstruktionen werden oft Bretter und Bohlen mit einer Dicke von 32–45 mm verwendet.
Sowohl BSP- als auch Brettstapelelemente lassen sich als Grundlage für Holz-Beton-Verbunddecken verwenden. Derartige Deckenkonstruktionen sind in der Lage, größere Spannweiten als reine Holzbalkendecken zu überbrücken. Zusätzlich sind die Decken in dieser Ausführung weniger schwingungsanfällig. Es gibt zahlreiche Systeme, die am Markt vorgehalten werden. Neben solchen, bei denen der Einbau der Betonschicht auf der Baustelle erfolgt, werden auch vorgefertigte Verbundbauteile angeboten, die den Vorteil der zügigen Ausführung im Holzbau bestehen lassen, da trotz des Einsatzes mineralischer (nasser) Komponenten keine Trocknungszeiten abgewartet werden müssen.
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Blockhausbau
Der Blockhausbau ist die ursprüngliche Holzbauweise und hat die Entwicklung der frühen europäischen Holzbauarchitektur intensiv geprägt. Diese Holzbauweise mit stabförmigen Bauteilen ist in Europa weit verbreitet, findet man doch in Russland ebenso historische Bauten in dieser Systematik wie in der Alpenregion. Neuere große Siedlungen oder Quartiere in Blockbauweise mit 100 Wohneinheiten oder mehr sind in den Recherchen nicht entdeckt worden.
Misch- bzw. Hybridbauweise
Bei Mischbauweisen werden Holzbauweisen mit Mauerwerk, Stahlbeton- oder Stahlkonstruktionen kombiniert. Diese Bauweise findet Verwendung bei mehrgeschossigen Bauten, beim Bauen im Bestand und bei kleineren Vorhaben des Wohnungsbaus. Vorgefertigte Wandelemente in Holzrahmenbauweise wer- den beispielsweise im Rahmen von Komplettsanierungen als neue, hochwärmegedämmte Fassade an eine vorhandene Tragkonstruktion aus Stahlbeton angebracht.
Mischbauweisen als Kombination von Bauteilen aus Holz oder Holzwerkstoffen, tragend oder nicht tragend, mit solchen aus mineralischen oder metallischen Materialien sind in unterschiedlichsten Formen möglich. Die häufigste Form ist die Kombination von Bauteilen aus mineralischen Baustoffen mit nicht tragenden Elementen in Holzbauweise. Den Holzbauteilen kommt dabei im Wesentlichen die Funktion des Raumabschlusses nach außen zu (Dach und Außenwand), während Baustoffe wie Mauerwerk, Beton oder Stahl als Wände, Decken und Stützen tragende und aussteifende Funktionen im Inneren des Gebäudes übernehmen.
Die immer weiter erhöhten Anforderungen an den Wärmeschutz der Gebäudehülle führten dazu, dass viele der bis dahin üblichen Bauweisen von Außenwänden den Anforderungen nicht mehr gerecht wurden. Ein angemessener Wärmeschutz mit minimalen Wärmebrücken war teilweise nur noch schwer herstellbar. Hier liegt ein wichtiger Grund, warum sich Planer vermehrt mit Mischbauweisen und ganz besonders mit dem Holzbau auseinandersetzen, der einen optimalen Wärmeschutz im Hinblick auf die Gebäudehülle gewährleisten kann und zudem technisch wie ökonomisch günstig zu realisieren ist.
Die Kombination hochwärmegedämmter Außenwände in Holzbauweise mit speicherfähigen Innenwänden und Decken ist aus bauphysikalischer Sicht ideal. Die Außenwände können den Wärmeschutz übernehmen, der nahezu wärmebrückenfrei mit vergleichsweise geringem Aufwand bis zum sogenannten Passivhausstandard geführt werden kann. Die Innenbauteile aus Beton oder Mauerwerk bewirken eine gute Wärmespeicherung, die das Raumklima stabilisiert und zum sommerlichen Wärmeschutz beiträgt.
Die Holzbauteile, also primär Außenwandtafeln, aber auch Innenwände und Decken unterschiedlicher Konstruktion erlauben eine sehr hohe industrielle Vorfertigung, die bis zur Montage oberflächenfertiger und komplett vorinstallierter Bauteile reicht. Damit kann die Forderung nach deutlich kürzeren Bauzeiten mit den daraus resultierenden wirtschaftlichen Vorteilen erfüllt werden. Bei ein- bis dreigeschossigen Reihenhäusern wird die Mischbauweise häufig in der Form eingesetzt, dass das Kellergeschoss und die Haustrennwände aus Mauerwerk und/oder Beton, das übrige Gebäude wiederum in Holzbauweise hergestellt werden. Die Geschossdecken können alternativ als Massivholzbauteile, als Holz-Beton-Verbunddecken (sog. “Holzbeton-Hybriddecken” oder “Hybriddecken”) oder auch als konventionelle Betondecken hergestellt werden.
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Die Modulbauweise ist keine eigene Holzbauweise. Allerdings werden häufig Gebäude in Modulbauweise in Holzbau errichtet. Dabei kommen häufig Holzrahmen- oder Holzmassivbauweisen oder Mischkonstruktionen zum Einsatz. Das ist nicht festgelegt.
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